[Projekt] CNC Fräse zur Herstellung von Wasserkühlern

DarthPrimus

Neuling
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10.05.2015
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Hallo zusammen,


Ein Freund und ich besitzen eine Drehbank und bald auch eine CNC Fräse.
Da wir und insbesondere ich sehr gerne Kühler entwickle, jedoch keine Abnehmer außer mir selbst finde, wollte ich einmal nachfragen, ob generell Interesse an sonderangefertigten Wasserkühlern besteht.
Hier soll es speziell um Kühler gehen, die käuflich sehr schwer oder gar nicht erwerblich sind, also z.B. Northbridge Kühler für spezielle Mainboards oder Kühler mit besonderen Eigenschaften (Größe, zusätzliche Kühlrippen).

Was haltet Ihr so von diesem Konzept?
Ist das so umsetzbar?
Gibt es irgendwelche Tipps?
Besteht bei Euch Interesse?

Vielen Dank für Euer Feedback!
 
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Wie wollt ihr das dann handhaben? Entwickelt ihr den Kühler oder der Kunde? So als private Dienstleistung oder echter nebenerwerb. Habt ihr schon ein paar Referenzen?

Gerade in Verbindung mit einer Drehbank besteht bei mir Interesse.
 
Es gibt ja auch schon mehrere "Hinterhofbuden" z.b. anfi-tec, prinzipiell ist die idee auch gut, praktisch weiss ivh nicht, wieviel noch hängen bleibt.

Ihr würdet halt erstmal ein standardprodukt bzw eine designlinie finden müssen, ohne sowas wird es schwer bekannt zu werden, die meisten kuhlen halt nur noch graka + cpu
 
Sich neben der Zwei-Mann-Firma AnFi-Tec und der Ein-Mann-Firma LiquidExtasy als dritte deutsche Garagenfirma in diesem ohnehin äußerst begrenzten und keineswegs wachsenden Wakü-Markt für Sonderanfertigungen zu etablieren, halte ich ehrlich gesagt nicht für sonderlich erfolgversprechend. Es könnte u. U. sogar kontraproduktiv für den Gesamtmarkt sein, denn man kann eigentlich froh sein, dass drei Leute (André, Finn und Marc) sich da bereist ausreichend professionell etabliert haben - wobei wohl nur Marc mit LE davon u. U. leben kann. Konkurrenz belebt grundsätzlich zwar das Geschäft, lässt aber häufig auch Gutes über die Klinge springen, wenn der Kuchen den es zu verteilen gilt, kleiner ist als vermutet. Letzteres ist in dem Bereich denke ich definitiv der Fall.

Was anderes wäre es denke ich, wenn ihr rein gelegenheitsmäßig den ein oder anderen Kühler baut und ab und zu mal einen verkauft. Das haben in der Vergangenheit schon viele gemacht, die das nötige Equipment besaßen und damit umzugehen wussten (meist bis der Reiz daran verloren ging). Dafür sollte man aber mindestens gute neue Ideen haben oder für die ein oder andere bekannte Lösung ein besonderes Design zu bieten haben. Einfach so aus der hohlen Hand und mit wenig Aufwand, neben der Entwicklung und dem Fräsen selbst ist es da bei Weitem nicht getan. Eine eigenen Designlinie zu entwickeln, mag ein Aspekt sein, wenn man wirklich größere Stückzahlen absetzen will. Für einzelstücke halte ich das für weniger relevant. Hinzu kommen jedoch Fragen der Gewährleistung, des Versands, der Qualitätssicherung, der Lagerhaltung, der Suche nach zuverlässigen Quellen für Zukaufteile (Schrauben, Dichtung etc.) und alles was halt sonst noch zu einem kleinen Gewerbe gehört, falls ihr glaubt das kommerziell betreiben zu können. Wenn es das Ziel ist damit in nennenswertem Umfang Geld zu verdienen, sollten diese Dinge jedenfalls unbedingt bedacht werden. Vor allem müsstest ihr euch aber erst mal bei den einschlägigen Foren und Portalen etablieren und so potentielle Kundschaft von der Qualität und von euren Ansätzen eurer Produkte überzeugen. Das geht definitiv nicht von jetzt auf gleich. Nur einfach irgendwelche Kühler zu fräsen und in Foren seine Dienstleitung anzubieten wird, wie frühere Beispiele zeigten, jedenfalls nicht zum kommerziellen Erfolg führen.
Grundsätzlich erfolgversprechend wäre der Ansatz denke ich nur, wenn ihr das ähnlich ambitioniert und ohne gewisse Kosten und großen persönlichen Einsatz zu scheuen angeht, wie die drei oben genannten Herren. Dann bleibt nur noch die Frage, ob der Bedarf groß genug für drei derartige Anbieter ist. Da habe ich wie gesagt meine Zweifel.

Bin btw selber dabei meine Fräse auf CNC umzurüsten, um für mich selbst auch mal mehrere gleiche und aufwändigere Kühler in annehmbarer Zeit herstellen zu können. Das Projekt zieht sich zwar schon ziemlich lange, aber es wird langsam. Trotzdem würde ich ehrlich gesagt schon um den lobenswerten Bemühungen der o. g. Protagonisten nicht in die Quere zu kommen, nicht versuchen mich in diesem Mini-Markt kommerziell zu betätigen - mal ganz abgeshen davon, dass ich dafür sowieso keine Zeit habe (Gelegenheitsarbeiten vllt. mal ausgenommen).

Was soll es denn im Übrigen für eine Fräse werden? Auch damit entscheidet sich, ob euer Vorhaben überhaupt möglich ist. Eine Maschine mit der man dauerhaft brauchbare und gleichbleibende Qualität in Kupfer erzeugen kann, muss schon ein bisschen mehr als eine der klassischen Käsefräsen sein. Aber selbst wenn ihr ein Gerät hättet, dessen Grundfähigkeiten (ins. Steifigkeit und Genauigkeit) ausreichend wären, ist in der Regel noch einiges zu investieren und an Arbeit zu leisten, um daraus eine Maschine zu machen, mit der man über hobbymäßiges Gebastel für den Eigenbedarf was machen kann. Allein um einigermaßen hinnehmbare Fräszeiten zu erreichen, sind gewisse Anforderungen an die Maschine unabdingbar. Unter 3000-4000€ reiner Maschinenkosten ist da fast nichts zu machen. Tendenziell muss man aber mit noch wesentlich mehr rechnen, wenn´s wirklich produziert werden soll. Allein eine Spindel nebst Ansteuerung und Kühlung, mit der einigermaßen schnelles arbeiten möglich ist, kann sich schon in mittleren vierstelligen Kosten niederschlagen. Auch ein Kühlschmiersystem ist entweder mit viel Eigeninitiative oder ebenfalls mit einigem finanziellen Aufwand verbunden. Auch die Werkzeug- und Spannmittelbeschaffung sollte finanziell nicht unterschätzt werden. Genauso wichtig ist auch die Werkstatt drum herum, die man braucht, um z.B. das finish und weitere Arbeiten am Produkt durchführen zu können, die man u. U. nicht mit der CNC-Fräse selbst erledigen kann. Schaut euch mal an, was z.B. bei Marc (LE) noch von der ursprünglichen BF20 Vario übrig ist, und was er neben der Maschine noch alles umbauen musste, um die Produktionsmaschine auch wirklich produktiv zu machen. Oder schaut euch die selbst gebaute Mineralguss-Fräse von André und Finn an. Die ist weit mehr als irgendein Maschinchen von der Stange... ;).
Alles in Allem muss man deshalb schon recht viel Zeit und Geld investieren, wenn man das Equipment auf einen Stand bringen will, der bei vertretbarer Qualität zum produzieren in Serie taugt.
 
Danke für Eure Antworten!

@Howii
Der Preis ist natürlich immer vom Aufwand eines Projekts abhängig. Sonderanfertigungen sind nun mal oft besonders. Aber kommerzielle Absichten stehen bei mir nicht im Vordergrund, weshalb einfach dann von Fall zu Fall ein angemessener Preis für beide Partner gefunden werden muss :)

@Tresel
Sowohl als auch. Wenn ein Kunde bestimmte Wünsche hat, lassen sich diese natürlich auch umsetzen. Aber mit Sicherheit wollen wir auch selbst Designs entwickeln und dann Kühler herstellen.

@VDC
Danke für diesen Hinweis! Den werde ich auf jeden Fall in meine Überlegungen miteinfließen lassen.

@VJoe2max
Ich wusste nicht dass du so weitreichend aktiv bist, vielen Dank auf nochmal für deine Antwort.
 
@horstimac
Vermutlich wird sich das dann auf Kleingewerbe rauslaufen, was eine Pflichtgarantie von 1 oder 2 Jahren bedeutet.
Oder weiß jemand eine andere Methode wie man das rechtlich regeln kann? Immerhin kann ich ja nicht die Verantwortung für einen nicht fachgerechten Einbau übernehmen.
 
Dessen bin ich mir schon bewusst, aber die Risiken, die ich selbst verursache kann ich auch eindämmen, die anderen eben nicht
 
Hat jemand noch Infos bzgl. rechtlichen Angelegenheiten?
Wie läuft das, wenn ich einzelne sonderangefertigte Teile verkaufe? Muss ich dann immer Gewerbe anmelden und Garantie geben?
 
Garantie musst du auf keinen Fall geben, aber du hast auch als Kleingewerbetreibender gesetzliche Gewährleistungspflichten.

Mit der Gewinnerzielungsabsicht, wäre die Anmeldung als Kleingewerbe wohl unumgänglich. Auch um eine einfache Buchführung und das Abführen von Umsatzsteuer kämst du meines Wissens nicht herum. Du würdet mit deinem Privatvermögen haften. Insofern ist eine Refinanzierung der Investition und das Ziel Gewinne damit zu erwirtschaften schon mal ganz unabhängig von Garantie und Gewährleistungsfragen nicht so ganz ohne. Von daher würde ich mir das sehr gut überlegen - zumal man in dem Bereich nur zu schnell an spezielle "Kunden" geraten kann, mit denen man als Hobby-Bastler eigentlich nichts zu tun haben will, wenn du versteht was ich meine ;).

Ohne Gewinnerzielungsabsicht, könntet ihr afaik zwar wie bei ebay Privatverkäufe machen, aber bei selbst erstellten Leistungen könnte selbst das streng genommen kompliziert werden, denn ihr schafft ja einen Mehrwert, und zum Einkaufspreis des Materials zu verkaufen ergibt naturgemäß keinerlei Gewinn.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja gut, da werde ich mich noch viel genauer informieren, bevor ich da irgendwas anfange. :)

Insofern ist eine Refinanzierung der Investition und das Ziel Gewinne damit zu erwirtschaften schon mal ganz unabhängig von Garantie und Gewährleistungsfragen nicht so ganz ohne.
Was genau kann ich darunter verstehen?
 
Was genau kann ich darunter verstehen?

Na eben o. g. Pflichten denen du durch deine Gewinnerzielungsabsicht als Kleingewerbetreibender unterliegst. Im Vergleich zu anderen risikoreichen Unternehmensformen ist das ja alles noch recht zahm, aber es muss halt gemacht werden und wenn es extrem dumm läuft, haftest du im Rahmen der Gewährleistungspflichten mit allem was du hast für Schäden die durch deine Produkte entstehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser schlimmste Fall eintritt ist gering, aber schau dir mal an mit welcher Einstellung manche Käufer von derartigen Dingen so rumspringen. Mit denen möchte man als Gewerbetreibender nichts zu tun haben - weiß man nur vorher meistens nicht. In jedem Fall würde ich an eurer Stelle alles was man haftungsmäßig ausschließen kann schriftlich auszuschließen. Was das aber genau ist, und was man sonst noch tun kann, um das Risiko zu begrenzen müsstet du aber mal jemand vom Fach fragen. Das weiß ich auch nicht.

Im Normalfall wird einen so was kaum treffen, aber wenn doch, dann kann´s eben bitter werden. Angesichts der Haltung gegenüber Herstellern und Händlern von Bauteilen die man in den Foren ab und zu von Usern zu lesen bekommt, ist da schon Vorsicht angesagt. Selsbt wenn euch so gut wie jeder wohlgesonnen ist, muss nur mal ein A****loch dabei sein und man hat mindestens mal einen Haufen Ärger am Hals. Es rennen leider eine ganze Menge asozialer Typen herum, die wissen wie sie die Rechtslage stets zu ihren eigenen Gunsten nutzen können und hemmungslos davon Gebrauch machen. Käuferschutz ist ja aller Ehren wert, aber inzwischen ist die Gesetzgebung da in vielen Bereichen doch schon sehr sehr einseitig geworden. Deshalb wird der Aufwand sich abzusichern für alle die Geschäfte machen wollen immer höher. Für kleine Gewerbetreibende bedeutet das meist mit, im Vergleich zu den in Aussicht stehenden Gewinnen, erheblichen Risiken leben zu müssen und ab und zu trifft es halt auch einen.

Einen Vorteil habt ihr aber: Ihr könnt euch eure Kunden aussuchen und euch z.B. in den Foren über ihr bisheriges Verhalten informieren. Riskiokandidaten die bereits entsprechendes Verhalten gegenüber anderen Materialquellen für ihr Hobby gezeigt haben, muss man ja nichts verkaufen. Ich denke das wäre die beste Methode das Risiko zu begrenzen, erfordert aber natürlich Rechercheaufwand.
 
Alles klar, danke dafür. Vermutlich wäre es angemessen, vorher einmal mit einem Fachanwalt so was ähnliches wie AGBs aufzusetzen und mich zu informieren, was ich tun muss, um mich zu schützen und was meine Verantwortlichkeiten dann letztendlich sind.

Welche Beispiele sind Dir denn da bekannt? Nur dass ich mir da mal etwas darunter vorstellen kann? Gerne auch per PN. :)
 
Ich kann dich da nicht beraten, aber ich denke dein Ansatz sich mal mit einem Anwalt zu unterhalten ist sicher nicht verkehrt.

Im Endeffekt gibt es ja viele Kleingewerbetreibende, die auch keine Probleme haben, aber speziell bei so etwas wie Wakü-Teilen könnte es schon ein bisschen zum Minenfeld werden, weil eben ein gewisses Restrisiko damit einher geht. Kommerzielle Hersteller schließen deshalb in ihren AGBs meist Folgeschäden und diverse andere Dinge aus, die vllt. von spitzfindigen Kunden zum Schaden des Unternehmens genutzt werden könnten. Da gilt es eben zu klären - was man da tun kann und was nicht.
Obwohl jeder vernünftige Wakü-Bastler eine Wakü bauen kann mit der nichts passiert, wenn man nicht mutwillig oder aus Schusseligkeit Mist baut, wird man wohl am ehesten mit denjenigen Probleme bekommen die solchen einfachen Aufgaben wie dem sauberen Aufbau einer Wakü nicht gewachsen sind. Aber ich will dir da jetzt nicht den Mut nehmen - es melden ja viele Leute Kleingewerbe an. So komplex kann es also nicht sein, und auch das Risiko muss handhabbar sein. Ganz unbedarft und ohne sich Kundig gemacht zu haben, sollte man so was aber denke ich nicht angehen.
 
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