Sich neben der Zwei-Mann-Firma AnFi-Tec und der Ein-Mann-Firma LiquidExtasy als dritte deutsche Garagenfirma in diesem ohnehin äußerst begrenzten und keineswegs wachsenden Wakü-Markt für Sonderanfertigungen zu etablieren, halte ich ehrlich gesagt nicht für sonderlich erfolgversprechend. Es könnte u. U. sogar kontraproduktiv für den Gesamtmarkt sein, denn man kann eigentlich froh sein, dass drei Leute (André, Finn und Marc) sich da bereist ausreichend professionell etabliert haben - wobei wohl nur Marc mit LE davon u. U. leben kann. Konkurrenz belebt grundsätzlich zwar das Geschäft, lässt aber häufig auch Gutes über die Klinge springen, wenn der Kuchen den es zu verteilen gilt, kleiner ist als vermutet. Letzteres ist in dem Bereich denke ich definitiv der Fall.
Was anderes wäre es denke ich, wenn ihr rein gelegenheitsmäßig den ein oder anderen Kühler baut und ab und zu mal einen verkauft. Das haben in der Vergangenheit schon viele gemacht, die das nötige Equipment besaßen und damit umzugehen wussten (meist bis der Reiz daran verloren ging). Dafür sollte man aber mindestens gute neue Ideen haben oder für die ein oder andere bekannte Lösung ein besonderes Design zu bieten haben. Einfach so aus der hohlen Hand und mit wenig Aufwand, neben der Entwicklung und dem Fräsen selbst ist es da bei Weitem nicht getan. Eine eigenen Designlinie zu entwickeln, mag ein Aspekt sein, wenn man wirklich größere Stückzahlen absetzen will. Für einzelstücke halte ich das für weniger relevant. Hinzu kommen jedoch Fragen der Gewährleistung, des Versands, der Qualitätssicherung, der Lagerhaltung, der Suche nach zuverlässigen Quellen für Zukaufteile (Schrauben, Dichtung etc.) und alles was halt sonst noch zu einem kleinen Gewerbe gehört, falls ihr glaubt das kommerziell betreiben zu können. Wenn es das Ziel ist damit in nennenswertem Umfang Geld zu verdienen, sollten diese Dinge jedenfalls unbedingt bedacht werden. Vor allem müsstest ihr euch aber erst mal bei den einschlägigen Foren und Portalen etablieren und so potentielle Kundschaft von der Qualität und von euren Ansätzen eurer Produkte überzeugen. Das geht definitiv nicht von jetzt auf gleich. Nur einfach irgendwelche Kühler zu fräsen und in Foren seine Dienstleitung anzubieten wird, wie frühere Beispiele zeigten, jedenfalls nicht zum kommerziellen Erfolg führen.
Grundsätzlich erfolgversprechend wäre der Ansatz denke ich nur, wenn ihr das ähnlich ambitioniert und ohne gewisse Kosten und großen persönlichen Einsatz zu scheuen angeht, wie die drei oben genannten Herren. Dann bleibt nur noch die Frage, ob der Bedarf groß genug für drei derartige Anbieter ist. Da habe ich wie gesagt meine Zweifel.
Bin btw selber dabei meine Fräse auf CNC umzurüsten, um für mich selbst auch mal mehrere gleiche und aufwändigere Kühler in annehmbarer Zeit herstellen zu können. Das Projekt zieht sich zwar schon ziemlich lange, aber es wird langsam. Trotzdem würde ich ehrlich gesagt schon um den lobenswerten Bemühungen der o. g. Protagonisten nicht in die Quere zu kommen, nicht versuchen mich in diesem Mini-Markt kommerziell zu betätigen - mal ganz abgeshen davon, dass ich dafür sowieso keine Zeit habe (Gelegenheitsarbeiten vllt. mal ausgenommen).
Was soll es denn im Übrigen für eine Fräse werden? Auch damit entscheidet sich, ob euer Vorhaben überhaupt möglich ist. Eine Maschine mit der man dauerhaft brauchbare und gleichbleibende Qualität in Kupfer erzeugen kann, muss schon ein bisschen mehr als eine der klassischen Käsefräsen sein. Aber selbst wenn ihr ein Gerät hättet, dessen Grundfähigkeiten (ins. Steifigkeit und Genauigkeit) ausreichend wären, ist in der Regel noch einiges zu investieren und an Arbeit zu leisten, um daraus eine Maschine zu machen, mit der man über hobbymäßiges Gebastel für den Eigenbedarf was machen kann. Allein um einigermaßen hinnehmbare Fräszeiten zu erreichen, sind gewisse Anforderungen an die Maschine unabdingbar. Unter 3000-4000€ reiner Maschinenkosten ist da fast nichts zu machen. Tendenziell muss man aber mit noch wesentlich mehr rechnen, wenn´s wirklich produziert werden soll. Allein eine Spindel nebst Ansteuerung und Kühlung, mit der einigermaßen schnelles arbeiten möglich ist, kann sich schon in mittleren vierstelligen Kosten niederschlagen. Auch ein Kühlschmiersystem ist entweder mit viel Eigeninitiative oder ebenfalls mit einigem finanziellen Aufwand verbunden. Auch die Werkzeug- und Spannmittelbeschaffung sollte finanziell nicht unterschätzt werden. Genauso wichtig ist auch die Werkstatt drum herum, die man braucht, um z.B. das finish und weitere Arbeiten am Produkt durchführen zu können, die man u. U. nicht mit der CNC-Fräse selbst erledigen kann. Schaut euch mal an, was z.B. bei Marc (LE) noch von der ursprünglichen BF20 Vario übrig ist, und was er neben der Maschine noch alles umbauen musste, um die Produktionsmaschine auch wirklich produktiv zu machen. Oder schaut euch die selbst gebaute Mineralguss-Fräse von André und Finn an. Die ist weit mehr als irgendein Maschinchen von der Stange...
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Alles in Allem muss man deshalb schon recht viel Zeit und Geld investieren, wenn man das Equipment auf einen Stand bringen will, der bei vertretbarer Qualität zum produzieren in Serie taugt.