[User-Review] BitFenix Shinobi XL White Window Version inklusive Modding Special

Braineater

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1Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Verpackung und Lieferumfang
Technische Daten
Äußeres
Inneres
Montage
Inbetriebnahme
Testsystem und Ablauf
Kühlleistung
Modding
Fazit




1Einleitung

Das nun schon eine Weile auf dem Markt verfügbare Shinobi XL von Bitfénix hat sich durch seine klare Linienführung und die seriöse Farbgebung schnell zu einem echten Kassenschlager entwickelt.
Die weiße Version des Towers geht die Farbgestaltung etwas lockerer an und kommt optional mit einem großen Seitenfenster daher. Wie sich der XL Tower so schlägt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

An dieser Stelle geht erstmal ein großer Dank für die Bereitstellung der Testsamples an



Zur Einstimmung auf das Review gibt es ein kurzen Produkttrailer



1Verpackung und Lieferumfang

Das Shinobi XL wird in einem großen braunen Karton geliefert, welcher mit einem schlichten, einfarbigen Druck verziert ist. Ein weißer Aufkleber weist darauf hin, dass es sich beim vorliegenden Tower um eine Version mit Fenster handelt. Während auf einer Seite der Verpackung ein großes Bitfénix Logo prangt, findet man auf der gegenüberliegenden Seite einige Konzeptzeichnungen des Gehäuses, welche bereits auf einige der wichtigsten Features hinweisen. Der dickwandige Karton tut was er soll und schützt das, zusätzlich in stabile Plastikpolster gebettete, Gehäuse gegen Transportschäden.



Der Lieferumfang liegt leicht über dem üblichen Durchschnitt. Neben drei bereits vorinstallierten Lüftern aus der hauseigenen Spectre Serie gibt es noch diverse Kleinteile, welche zum Einbau und Kabelmanagement dienen.


1Technische Daten

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1Äußeres

Bitfénix setzt beim Shinobi XL auf eine klar definierte Linienführung und verleiht dem großen Gehäuse damit einen zeitlosen aber dennoch modernen Charme. Die bewusst schlichte Optik, wird von zwei, links und rechts am Rand angebrachten, Fugen unterbrochen. Diese zwei 15mm breiten, mit schwarzem Meshgitter ausgekleideten Vertiefungen ziehen sich über die gesamte Front bis hin zum Ende des Gehäusedeckels.
Während sich die Farbe der Meshstreifen bei der schwarzen Version des Shinobi XL nicht sonderlich vom Rest abgehoben hat und dadurch ein seriöses Gesamtbild geschaffen hat, stehen die schwarzen Gitter bei der weißen Version in einem starken Kontrast. Dadurch wirkt das Gehäuse im direkten Vergleich etwas lockerer. Ein ebenfalls schwarzes und mittig auf der Front positioniertes Bitfénix Logo sorgt für einen kleinen Blickfang. Bei Bedarf lässt sich das Logo sogar durch ein farblich anderes Logo aus dem Bitfénix Sortiment ersetzen, um das Gehäuse an seine Vorlieben anzupassen. Der Deckel ist zugunsten der Belüftung mit einem großflächigen Meshgitter überzogen.





Mit fünf möglichen Schächten für optische Laufwerke ist man für alle Eventualitäten gerüstet, wobei es im heutigen, immer stärker digitalisierten Zeitalter wohl auch ein bis zwei Schächte weniger getan hätten.
Die aus Plastik bestehende Front und der Deckel wurden mit einer speziellen Beschichtung überzogen, wodurch sich die entsprechenden Teile organisch und irgendwie weich anfüllen. Anstelle der nicht wirklich zur Wertigkeit beitragenden, plastiktypischen - kalten und harten Oberfläche, findet man hier eine haptisch sehr angenehme Oberflächenbeschaffenheit vor. Damit steigt die gefühlte Wertigkeit des Towers nochmal deutlich, wobei man gleichzeitig etwas vorsichtiger sein muss, um die Beschichtung nicht zu beschädigen.



Die Bedienelemente und Status-LEDs befinden sich am oberen, vorderen Rand. Neben Power- und Resetknopf und den üblichen Mikrofon- und Kopfhörer- Klinkenanschlüssen gibt es hier satte vier USB3.0 Anschlüsse. Zusätzlich findet man einen besonderen gelben USB Anschluss vor, welcher mit einem höheren Strom aufwartet und so speziell für das Laden von mobilen Geräten geeignet ist.
Die beiden, mit Rändelschrauben fixierten, Seitenwände sind sehr sauber lackiert und lassen keine Beanstandungen zu. Die recht schweren und verwindungssteifen Seitenwände sehen keine Montagemöglichkeiten für zusätzliche Lüfter vor, was aufgrund des angestrebten schlichten Designs eine gute Entscheidung von Bitfénix war. Lüftungslöcher hätten hier unruhig gewirkt und nicht zum konsequent eingehaltenen minimalistischen Design gepasst.



Die Rückseite gibt bereits ein Detail zum inneren Aufbau des Shinobi XL preis, so wird das Netzteil im unteren Teil des Gehäuses platziert. Mit vier Schlauchdurchführungen für Wasserkühlung im oberen Bereich, stehen dem Shinobi XL alle Optionen für einen umfangreichen Kühlerausbau offen, auch wenn bei der Gehäusegröße noch zwei oder mehr Durchführungen im Bereich der Kartensteckplätze nett gewesen wären. Die luftdurchlässigen Slotblenden passen perfekt in das schon teilweise von Meshelementen geprägte Design des Towers.
Ein Blick auf die Unterseite birgt keine wirklichen Überraschungen. Die drei zum Vorschein kommenden Staubfilter lassen sich alle zum Reinigen entfernen. Während man das Exemplar unter dem Netzteil einfach nach hinten herausziehen kann, ist es bei den anderen beiden Filtern nötig die wiederverwendbaren Nieten aus dem Inneren des Gehäuses herauszudrücken. Die vier mit Chrome umrandeten Gehäusefüße wurden mit dem Chassis verschraubt, hier hat man wohl aus den Fehlern der abgeklebten Füße vom Bitfénix Raider gelernt.


1Inneres

Das geräumige Innere ist, passend zum äußeren Gesamtbild, ebenfalls in Weiß gehalten und auch hier stehen wieder diverse schwarze Bauteile im direkten Kontrast. Bei der Anordnung der Elemente wurden keine Experimente gemacht und so findet man einen klassischen Aufbau. Das unten liegende Netzteil wird von vier, mit dem Gehäuseboden verklebten, Gummifüßen gestützt. Die Bohrungen sind so angebracht, dass das Netzteil sowohl mit nach unten, als auch mit nach oben gerichtetem Lüfter verbaut werden kann. Ein Rahmen, der das Netzteil noch zusätzlich von der Gehäuserückwand entkoppelt, wäre wünschenswert gewesen.



Der großzügig dimensionierte Platz im Rest des Gehäuses wird mit insgesamt sieben internen 3,5“ Plätzen ausreichend genutzt. Bitfénix hat sich hier für ein komplettes Element zur Aufnahme aller Festplatten entschieden, was wohl zugunsten der Stabilität des hohen Towers beitragen soll. Mit einem teilweise modularen HDD Käfig wäre man flexibler gewesen, gerade bei der Verwendung überlanger Grafikkarten. Da das Gehäuse aber auch mit Käfig 37cm Platz bietet, sollte man sich hier erst einmal keine Gedanken machen. Der Festplattenkäfig lässt sich, etwas umständlich, durch lösen von 11 Schrauben entfernen und bei Bedarf auch um 90 Grad gedreht wieder einbauen. Die 5,25“ Schächte können ebenfalls komplett demontiert werden um damit massig Platz für große Radiatoren zu schaffen.





Zur Aufnahme von Festplatten und SSDs besitzt das Shinobi XL schwarze Laufwerkschlitten, welche aufgrund des recht weichen Plastiks leider nicht unbedingt den hochwertigsten Eindruck hinterlassen. Während bei 3,5“ und 5,25“ Laufwerken die Möglichkeiten einer werkzeuglosen Montage besteht, ist es bei kleinen 2,5“ Laufwerken nötig diese direkt mit den Schlitten zu verschrauben.
Die Ausrichtung von Festplattenlaufwerken ist in beide Richtungen möglich. Nach hinten gerichtete Anschlüsse machen natürlich einen aufgeräumten Eindruck und dank des mehr als ausreichenden Abstands zur rückwärtigen Seitenwand sollte es auch keinerlei Probleme bei der Verkabelung geben.



Der Mainboardtray ist fest mit dem Rest des Chassis vernietet und bietet auch Aufnahmemöglichkeiten für Mainboards, die über die Dimensionen von normalen ATX Mainboards hinausgehen. Bitfenix schlüsselt sehr vorbildlich in einer kleinen Gravur in der Mitte des Mainboardtrays auf, welche Löcher mit Abstandshalter bestückt werden müssen, um bestimmte ATX Standards aufzunehmen.
Kabel können durch insgesamt sieben, mit Gummi verkleidete, Durchführungen „unsichtbar“ verlegt werden. Damit lässt sich mit etwas Aufwand ein sehr aufgeräumtes und luftstromoptimiertes Inneres schaffen. Mit einigen Ösen an der Rückseite des Mainboardschlittens lassen sich die verlegten Kabel sicher fixieren, damit kann später nichts mehr verrutschen. Durch eine großzügige Aussparung im Mainboardtray ist es möglich einen CPU Kühler mit eigener Backplate anzubringen, auch ohne das Mainboard ausbauen zu müssen.
Der standardmäßige Lüfterausbau beim Shinobi XL ist hervorragend. So findet man bereits drei hochwertige Spectre Lüfter vorinstalliert in Front, Deckel und an der Rückseite. Bei der Gehäusebelüftung ist man mit bis zu neun möglichen Montagemöglichkeiten für Lüfter sehr flexibel. Alternativ kann man im Eintausch gegen ein paar Lüfterplätze auf 230mm Lüfter setzen und damit auf Größe anstatt auf Masse setzen.


1Montage

Über Platzprobleme beim Hardwareeinbau muss man sich im großzügig dimensionierten Shinobi XL zu keiner Zeit Gedanken machen. Dank des großen Abstandes zum Deckel kommt man selbst bei montiertem Mainboard samt CPU-Kühler problemlos an die, meist in der oberen Ecke befindlichen, 8-Pin ATX Versorgung oder Lüfteranschlüsse heran. Etwas schade ist es, dass keine ATX Verlängerung im Lieferumfang enthalten ist, denn bei den meisten Netzteilen dürfte die Kabellänge nicht ausreichen um das Kabel sauber hinter dem Mainboard zu verlegen. Die 2-Pin Anschlüsse fürs System-Panel sind ordentlich beschriftet, sogar an die Polarität wurde gedacht, so sind Verwechslungen beim Anschließen ausgeschlossen.
Um Lüfter im Deckel und in der Front zu montieren ist es nötig, die entsprechenden Teile zu entfernen. Deckel und Front sind zwar „nur“ gesteckt, trotzdem gehen Beide aber so schwer ab, dass man jedes Mal Angst haben muss, dass man etwas zerbricht. Bitfénix begründet das mit einer Sicherung gegen Transportschäden, da die Demontage aber nötig ist um an die verbauten Lüfter heranzukommen, hätte man sich hier für eine andere, etwas nutzerfreundlichere Montagemöglichkeit entscheiden können. Hinter der Front kommt noch ein großer, abnehmbarer Staubfilter zum Vorschein, welcher Staub in der Front abfängt.
Für ältere Mainboardgenerationen bietet das Shinobi XL an den USB 3.0 Kabeln fest integrierte Adapter, welche einen problemlosen Betrieb der USB-Anschlüsse im USB2.0 Modus zulassen.
Die standardmäßig verbauten Bitfénix Spectre Lüfter verfügen über einen 3-Pin Anschluss. Damit bietet sich bei den meisten Boards leider keine Möglichkeit die Lüfter zu regeln. Das Fenster schließt mit dem Festplattenkäfig ab und bietet einen perfekten Blick auf die verbaute Hardware.


1Inbetriebnahme

Nachdem der Powerbutton betätigt wurde, erstrahlt eine kleine blaue LED, welche den Betriebsstaus des Rechners signalisiert. Eine ebenfalls blaue LED rechts neben der Power-LED macht sich bei Festplattenzugriffen bemerkbar. Beide LEDs sind dermaßen stark, dass es unter dem Schreibtisch ordentlich hell wird. Man sollte deshalb darauf achten, dass die LEDs in dunklerer Umgebung nicht direkt im Blickwinkel liegen.
Die im Gehäuse serienmäßig verbauten Spectre Lüfter laufen ohne Regelung immer auf 12V und machen sich dadurch deutlich bemerkbar. Die Tonlage ist eher dumpf und dadurch weniger aufdringlich, trotzdem werden sich Silentfetischisten gestört fühlen.

Wie erwartet verhält sich das Bitfénix Shinobi XL insgesamt sehr unauffällig. Aufgrund des hohen Eigengewichts des Towers entstehen keine Störgeräusche durch Schwingungen.


1Testsystem

Leider habe ich meinem Testsystem vor einigen Wochen ein größeres Upgrade spendiert, sodass eine Vergleichbarkeit mit bereits aufgenommenen Werten von anderen Gehäusen nicht mehr gegeben ist. Aus diesem Grund wurden bei der Kühlleistung früher ermittelte Werte angegeben. Diese Werte wurden mit einem baugleichen Shinobi XL in Schwarz ermittelt und sind daher durchaus repräsentativ.

Das damalige Testsystem bestand aus folgenden Komponenten:
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CPU und Mainboard wurden mit jeweils einer halben Stunden Prim95 mit einem Custom Run mit fixiertem Wert auf 12k erhitzt. Die Grafikkarte musste sich eine halbe Stunde durch eine Dauerschleife Heaven Benchmark 3.0 quälen. Für die Tests wurde der Intel 2500k auf 4,2 GHz bei einer Spannung von 1,17V übertaktet. Die Grafikkarte lief mit Werkseinstellungen.
Die Temperatur der CPU wurde mit CoreTemp ausgelesen, die Temperatur des Mainboard wurde mit Aida ermittelt und die Grafikkarten-Temperatur wurde von EVGA Prezicion angezeigt.


1Kühlleistung

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Die Kühlleistung ist hervorragend und kann gerade im Bereich der Grafikkarte überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass hier ein sehr großer 230mm Lüfter direkt auf die Karte gerichtet ist. Der Luftstrom dieses Lüfters verfehlt den Bereich des CPU-Kühlers leider knapp, wodurch auch die leichten Differenzen gegenüber dem Fractal Design Arc zu erklären sind. Die Mainboardtemperatur befindet sich mit allen Lüfterkonfigurationen stets in unkritischen Bereichen.


1Modding

Das Shinobi XL lädt mit seinem großen Fenster regelrecht dazu ein, das Innere des Rechners etwas individueller zu gestalten. Bitfénix bietet eigens dafür ein umfangreiches und farbenfrohes Sortiment an verschiedenem Zubehör an. Neben Kabeln und LED-Stripes bietet Bitfénix auch noch alternative Lüfter an – Bitfénix Spectre Pro . Diese zeichnen sich nicht nur durch bunte Farben und eine alternative LED-Beleuchtung aus, sondern bieten gleichzeitig eine erhöhte Fördermenge. Durch Einsatz dieser lassen sich die Temperaturen noch einmal minimal senken ohne dabei im Geräuschpegel aufdringlicher zu werden.






1Fazit

Das Shinobi XL kann auf ganzer Linie überzeugen. Die Verarbeitung befindet sich auf einem sehr hohen Niveau und muss sich nicht vor der Konkurrenz verstecken. Durch seine schlichte, moderne Optik zieht das Gehäuse alle Blicke auf sich und die Softtouchlackierung von Deckel und Front steigert die Haptik enorm. Ein großes Fenster gewährt einen Einblick auf die verbaute Hardware und spornt Individualisten zum modden an. Wer darauf verzichten kann, der kann das Gehäuse auch mit geschlossener Seitenwand erwerben. Die Kühlleistung ist bereits mit der standardmäßigen Lüfterausstattung sehr gut und grade im Bereich der Grafikkarte der Konkurrenz überlegen. Durch die umfangreichen Möglichkeiten zum Lüfterausbau kann man das Kühlkonzept noch weiter optimieren und die Leistung nochmals verbessern.
Nach so viel Lob gibt es aber auch ein wenig Kritik, so wäre ein modularer Festplattenkäfig wünschenswert und auch zeitgemäß gewesen. Zudem ist es sehr schade, dass es keine zur Front passende Laufwerksblende gibt, da weiße Laufwerke rar gesät sind.
Der Preis von ~140€ ist gemessen an dem Gebotenen mehr als fair. Aufgrund dessen kann ich ohne schlechtes Gewissen ein "Gold Brain", ein "Cooling Brain" sowie ein "Design Brain" vergeben.

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Tolle Review :) Keine Probleme mit der Luftzufuhr für den Frontlüfter? Obwohl unten an der Front ein Zugang liegt und die Front mit durchlässigen Streifen ausgestattet ist, reden viele Reviews davon, dass der Lüfter abgewürgt würde.
 
Danke.
Es ist schon so das der Lüfter ohne Fron noch mehr leisten könnte. Allerdings ist die Kühlleistung trotzdem hervorragend. Ohne oder mit optimierter Front könnte die Leistung aber sicherlich durchaus besser sein.
 
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