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Vor wenigen Tagen hat Intel die Arc Pro B70 und B65 vorgestellt. Mit der größeren GPU und 32 GB an Grafikspeicher sieht Intel die größeren Modelle primär für den KI-Workstation-Einsatz vor. Uns standen gleich vier Arc Pro B70 zur Verfügung, die wir in einer entsprechenden Workstation testen konnten. Arbeiten gleich vier oder gar acht GPUs zusammen, nennt Intel dies Project Battlematrix.
Intels dritte Xe-Generation mit dem Codenamen Battlemage besteht bislang nur aus der BMG-G21-GPU, die bis zu 20 Xe2-Kerne bietet und etwa in der Arc B580 (Test) zum Einsatz kommt. Schon länger halten sich jedoch Gerüchte, dass Intel auch eine größere Ausbaustufe entwickelt hat, diese im Gaming-Segment der Arc-Serie jedoch nicht auf den Markt bringen wollte. Im professionellen Umfeld beziehungsweise bei KI-Workstations scheint sich nun genau dafür eine passende Nische zu eröffnen – die BMG-G31 soll diese offenbar füllen.
Damit erhalten wir, wenn auch mit deutlicher Verzögerung, doch noch einen Eindruck davon, wie eine Arc B770 oder ein vergleichbares Modell auf GPU-Seite hätte aussehen können. Für detaillierte Informationen zur Architektur in ihrer hier verwendeten Ausprägung Xe2-HPG verweisen wir auf die Vorstellung der Battlemage-Grafikkarten aus dem Dezember 2024 – also bereits ein gutes Stück zurückliegend.
Zur Computex des vergangenen Jahres stellte Intel mit der Arc Pro B50 und der Arc Pro B60 die Workstation-Modelle auf Basis der BMG-G21-GPU vor. Die Arc Pro B50 haben wir uns in einem ausführlichen Test bereits näher angesehen. Fast ein Jahr später folgen nun die Arc Pro B65 und B70.
Im Vergleich zur BMG-G21 fällt die BMG-G31 deutlich größer aus und bringt 32 statt bislang 20 Xe-Kerne mit. Damit erreicht Intel in dieser Hinsicht wieder das Niveau der ACM-G10-GPU aus der Alchemist-Generation. Zwischen den Xe1- und Xe2-Kernen hat Intel allerdings mehrere Anpassungen vorgenommen, die wir an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben haben. Gleiches gilt für die XMX-Einheiten, die mit Battlemage erweitert wurden und bei niedrigerer Genauigkeit einen höheren Durchsatz liefern.
Auch beim Speicherinterface legt die BMG-G31 zu: Statt 128 Bit wie bei der BMG-G21 stehen nun 256 Bit zur Verfügung, womit sich mit entsprechend schnellem GDDR6-Speicher eine Bandbreite von etwas mehr als 600 GB/s erreichen lässt.
| Arc Pro B50 | Arc Pro B60 | Arc Pro B65 | Arc Pro B70 | |
| GPU | BMG-G21 | BMG-G21 | BMG-G31 | BMG-G31 |
| Fertigung | TSMC N5 | TSMC N5 | TSMC N5 | TSMC N5 |
| Chipgröße | 272 mm² | 272 mm² | 368 mm² | 368 mm² |
| Anzahl der Transistoren | 19,6 Milliarden | 19,6 Milliarden | 27,7 Milliarden | 27,7 Milliarden |
| Xe2-Kerne | 16 | 20 | 20 | 32 |
| XMX-Engines | 128 | 160 | 160 | 256 |
| Grafikspeicher | 16 GB | 24 GB | 32 GB | 32 GB |
| Speicherinterface | 128 Bit | 192 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speicherbandbreite | 224 GB/s | 456 GB/s | 608 GB/s | 608 GB/s |
| FP8-Rechenleistung | 170 TOPS | 197+ TOPS | 197 TOPS | 367 TOPS |
| FP32-Rechenleistung | 10,7 TFLOPS | 12,3 TFLOPS | 12,3 TFLOPS | 22,9 TFLOPS |
| Anbindung | PCIe 5.0 x8 | PCIe 5.0 x8 | PCIe 5.0 x16 | PCIe 5.0 x16 |
| TDP | 70 W | 120 bis 200 W | 200 W | 160 bis 290 W |
| Preis | 410 Euro | 685 Euro | - | 1.280 Euro |
Beim PCI-Express-Interface geht Intel mit der größeren BMG-G31 nun ebenfalls einen Schritt weiter. Bereits bei der kleineren Battlemage-GPU wäre PCIe 5.0 technisch möglich gewesen, Intel verzichtete jedoch angesichts des zusätzlichen Aufwands und des geringen praktischen Nutzens darauf. Mit der BMG-G31 fällt diese Entscheidung nun anders aus.
Die BMG-G31 bietet nicht mehr nur acht PCIe-Lanes, sondern 16. Mit der Arc-Pro-Serie validiert Intel das Interface zudem nach PCIe 5.0 und nicht mehr nur nach PCIe 4.0, wie es bei den Endkundenmodellen der Arc B580 der Fall ist. Die Leistungsaufnahme gibt Intel für die Arc Pro B65 mit 200 W an, während das Referenzdesign der Arc Pro B70 bei 230 W liegt. Boardpartner können ihre eigenen Modelle flexibel zwischen 160 und 290 W auslegen.
Als Workstation-Karte setzt die Arc Pro B70 auf einen Radiallüfter am hinteren Ende der Karte. Dieser saugt die Luft an und bläst sie in Richtung der Slotblende. Dort sind vier DisplayPort-2.1-Anschlüsse zu finden. Ein großer Anteil der Blende wird aber auch dazu verwendet, dass die warme Luft hinausgeblasen werden kann.
Am hinteren Ende der Karte befindet sich der 8-Pin-Anschluss der zusätzlichen Stromversorgung. Damit der Radiallüfter ausreichend Luft ansaugen kann, sind sowohl in der Backplate als auch ganz hinten Öffnungen vorhanden.
Bei den Preisen der Arc-Pro-B-Serie ist auffällig, dass diese am Markt deutlich über den unverbindlichen Preisempfehlungen von US-Dollar liegen. Eine Arc Pro B50 erschien mit einer Empfehlung von 299 US-Dollar, kostet aber ab 410 Euro. Analog dazu bei der Arc Pro B60, die 499 US-Dollar kosten soll, aber nicht unter 685 Euro zu bekommen ist. Die nun neue Arc Pro B70 soll 999 US-Dollar kosten. Erste Listungen von Händlern hierzulande nennen aber 1.280 Euro. Die Angaben in US-Dollar werden allerdings auch ohne Steuern gemacht.
Uns standen aber nicht nur eine Arc Pro B70 zur Verfügung, sondern gleich vier. Entsprechend haben wir die Konfiguration mit einer, zwei und vier Karten testen können. Die Kühlung der Karten bzw. die Möglichkeit des Radiallüfters auch hinten anzusaugen, wird in einer solchen Konfiguration natürlich immer wichtiger.
Das Testsystem
Das Testsystem sowie die vier Arc Pro B70 wurden uns von Intel gestellt. Die Workstation bestand aus einem Xeon w5-3435X mit 16 Kernen auf einem ASUS Pro WS W790E-SAGE SE zusammen mit insgesamt 128 GB DDR5 (8x 16 GB bei 4.800 MT/s).
Die PCI-Express-Steckplätze haben wir nach und nach erst mit einer Arc Pro B70, dann mit einer zweiten und schlussendlich mit der vierten Karte bestückt. Die Benchmarks wurden sowohl unter Windows 11 als auch unter Linux (Ubuntu) durchgeführt. Als Treiber kam der aktuelle Arc-Pro-Treiber in der Version 32.0.101.8515 zum Einsatz.
Leider stand uns zum aktuellen Zeitpunkt kein direktes Konkurrenzmodell zur Arc Pro B70 von AMD oder NVIDIA zur Verfügung. Sollte sich hier noch die Gelegenheit ergeben, sich ein solches anzuschauen, werden wir dies tun und können dann die erhobenen Werte auch besser in ein Verhältnis zueinander setzen.